Mit Riester in die Rente
Das sollten Sie über die ”zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge” wissen.
Gerade einmal vier Jahre hatte Walter Riester das Ministeramt für Arbeit und Sozialordnung inne. Doch die Zeit reichte, um in der Altersvorsorge tiefe Spuren zu hinterlassen: mit der nach ihm benannten Riester-Rente, die eigentlich “zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge” heißt. Als die rot-grüne Bundesregierung 2001 das Nettorentenniveau von 70 auf 67 Prozent absenkte, sollte die Riester-Rente die entstandene Versorgungslücke von 3 Prozent füllen.
Die Riester-Rente ist – so steht es im Internet-Lexikon Wikipedia – eine “staatlich gefördert, kapitalgedeckte, ersetzende und freiwillige Form der Altersvorsorge”. Im Klartext heißt das: Sie zahlen Ihr ganzes Arbeitsleben lang Beiträge in eine private Rentenversicherung, in einen Banksparplan oder einen Fondssparplan. Diese freiwillige Vorsorge unterstützt der Staat zum einen durch eine finanzielle Zulage, zum anderen durch Steuererleichterungen.
Die Zulage erhält jeder Riester-berechtigte Erwachsene, obendrein gibt’s für jedes Kindergeld-berechtigte Kind einen weiteren Zuschuss. Wenn die Zulagen nicht ausreichen, mindert Vater Staat außerdem Ihre Steuerlast. Die staatliche Förderung bekommen nur die Versicherten, die Ihre Beiträge in die Riester-Renten-Angebote selber zahlen – und nicht etwa durch den Arbeitgeber entrichten lassen. Wie hoch die tatsächliche Zulage ist, hängt von der Familiensituation ab und davon, wie viel Prozent vom monatlichen Einkommen in die Altersversorgung fließt. Wer die Höchstförderung will, muss ab 2006 satte drei Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommen in die Riester-Rente stecken.
Trotz der lukrativen Zulagen haben die Versicherten die Riester-Rente anfangs kaum in Anspruch genommen. Vielen erschien das Förderverfahren unverständlich und die Förderungssumme bei weitem zu gering. Die Versicherer hingegen störten der hohe Verwaltungsaufwand und die enormen Investitionskosten. Mehr und mehr Anbieter nahmen ihre Renten-Angebote deshalb wieder aus dem Programm. Doch seit gut einem Jahr wird die Riester-Rente wieder stärker in Anspruch genommen. Nicht zuletzt, weil die Geldanlagen bei Banken immer unattraktiver werden.
