Was bedeutet: „Mehrwertsteuer ausweisbar“?

Geschrieben von Redaktion in Banken und Finanzen | Be the First to Comment

Sowohl in speziellen Automobilportalen im Internet als auch im Kleinanzeigen-Teil von
Zeitungen findet sich bei dort angebotenen Gebrauchtwagen oft der Hinweis, dass die
Mehrwertsteuer ausweisbar ist. Für viele Menschen erschließt sich die Bedeutung dieser
Aussage im ersten Moment nicht, da sie es eigentlich gewohnt sind, bei Einzelhändlern oder
in Werbeprospekten die jeweiligen Endpreise zu lesen.

Mehrwertsteuer nur von gewerblichen Anbietern ausweisbar

Im Prinzip handelt es sich bei der Aussage, dass die Mehrwertsteuer ausweisbar ist, um ein
Merkmal, anhand dessen sich gewerbliche von privaten Anbietern unterscheiden lassen.
Ein Gebrauchtwagenhändler, der in seiner Anzeige hervorhebt, dass die Mehrwertsteuer
ausweisbar ist, weist gleichzeitig auf verschiedene Punkte hin: Erstens hat dieses
Unternehmen bereits eine gewisse Größe erreicht, so dass es die Mehrwertsteuer zahlen
muss. Aufgrund einer Vereinfachung für Kleinunternehmer, die einen Jahresumsatz von rund
50.000 Euro nicht überschreiten, ist dies selbst bei Gewerbetreibenden nicht immer der Fall.
Kleinunternehmer, die von dieser Regelung Gebraucht machen, zahlen keine Mehrwertsteuer,
können sich aber auch keine selbst bezahlte Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückerstatten
lassen.

Für gewöhnliche Privatkunden spielt diese Unterscheidung keine Rolle, sie müssen für einen
Gebrauchtwagen in jedem Fall den Preis inklusive Mehrwertsteuer zahlen, beispielsweise
11.900 Euro. Weist der Händler jedoch darauf hin, dass die Mehrwertsteuer ausweisbar ist,
so ist dies ein eindeutiger Beleg dafür, dass es sich dabei um ein gewerbliches Angebot dreht.
Als Autokäufer kann man in diesem Fall sämtliche Gewährleistungsrechte und Garantien in
Anspruch nehmen, die bei einem gewerblichen Anbieter zum Tragen kommen.

Finanzielle Folgen für Unternehmen und im Export

Neben der Gewährleistung ist die Unterscheidung zwischen privaten und gewerblichen
Anbietern für private Käufer unwichtig. Bei Unternehmen, die selbst Mehrwertsteuer zahlen,
spielt die ausweisbare Mehrwertsteuer jedoch eine große Rolle. Sie können sich diese vom
Finanzamt erstatten lassen. Der Wagen im Wert von 11.900 Euro kostet einen Unternehmer
also nur 10.000 Euro, die restlichen 1.900 Euro (19 Prozent Mehrwertsteuer auf den
Nettopreis) erhält er vom Finanzamt.

Im Export spielt die ausweisbare Mehrwertsteuer ebenfalls eine Rolle. Käufer aus dem
Ausland zahlen lediglich den Nettopreis für den Wagen, müssen dann aber im Heimatland
den dort gültigen Mehrwertsteuersatz auf den Kaufpreis entrichten.

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